Hypnosetherapie in Nürnberg

Berufsgruppen Psychotherapie – Wer macht was?

Arzt, Psychotherapeut, Coach – Wer macht was?

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Berufsgruppen für Coaching und Psychotherapie

Schwerpunkte verschiedener Berufsgruppen

Coach, Arzt, Psychiater, Psychotherapeut? Wie verschaffe ich mir einen Überblick über mögliche Unterstützung in Nürnberg und welche Fragen sollte ich stellen?

Von beruflichen Problemen bis zu körperlich bedingten Depressionen. Die Bandbreite von Fragestellungen ist groß und der Übergang oft fließend. Entsprechend ist auch das Angebot von Coaches und Therapeuten breit gefächert. Gehe ich mit meinem Anliegen jetzt zu einem Coach, Arzt, Neurologen, Psychiater, Heilpraktiker für Psychotherapie oder Psychotherapeuten? Jeder hat seine Schwerpunkte – nicht jeder darf alles.

Und dann die Frage: „Wie kann ich abschätzen, ob der gefundene Therapeut oder Coach für mich passt?“. Denn die Chemie zwischen Therapeut und Klient ist für den Erfolg einer Zusammenarbeit sehr wichtig. Hier gibt es einige Fragen, die Sie stellen können.

Berufsgruppen Coach, Arzt, Psychotherapeut, Psychiater

Im Folgenden finden Sie einen vereinfachten Überblick über die Berufsgruppen, die für Sie wichtig sein könnten, wenn Sie auf der Suche nach Unterstützung bei einer psychischen Störung oder Burnout sind. Natürlich ist das sehr vereinfacht dargestellt und auch die Grenzen sind oft auch fließend. Aber es hilft vielleicht doch für ein erstes Verständnis.

Vereinfachte Übersicht über Berufsgruppen bei psychischen Problemen

Vereinfachte Übersicht über Berufsgruppen bei psychischen Problemen

 

Coach

Der Titel „Coach” ist keine geschützte Berufsbezeichnung – jeder kann sich so nennen – ganz ohne Ausbildung. Umso genauer sollten Sie hier prüfen: Hat der Coach nachweislich berufliche und methodische Kompetenz? Hat er Erfahrungen in Ihrem Fall? Verschiedene Coaching-Verbände versuchen hier einen gewissen Qualitätsstandard und Ausbildung sicher zu stellen. Aber auch von diesen Verbänden gibt es wiederum eine Vielzahl.

Der Vorteil bei Coaches ist dafür, dass Sie hier oft spezifische Fachkompetenz für Probleme aus beruflichen Fragestellungen heraus vorhanden ist.

Fragen, die Sie (sich) stellen sollten bei der Auswahl eines Coach/Therapeuten siehe unten.

Heilpraktiker

„Heilpraktiker“ ist eine in Deutschland geschützte Tätigkeitsbezeichnung für Personen, die nach dem deutschen Heilpraktikergesetz von 1939 eine staatliche Erlaubnis besitzen, die Heilkunde auszuüben, ohne über eine ärztliche Approbation zu verfügen. Der Heilpraktiker übt seinen Beruf eigenverantwortlichaus und zählt zu den freien Berufen.

Die staatliche Erlaubnis bekommt der, der eine schriftliche und eine mündliche Prüfung besteht, die primär auf medizinische Inhalte ausgelegt ist. Damit hat der Heilpraktiker aber erstmal nur bewiesen, dass er Krankheiten richtig erkennen und einordnen kann. Welche Methoden er in seiner Selbständigkeit dann anwendet und auf welche Gebiete er sich spezialisiert, wird durch die staatliche Überprüfung nicht vorgegeben. Insofern sollten Sie auch hier genau prüfen inwieweit der Anbieter Qualifikation für Ihren speziellen Fall nachweisen kann.

Der Heilpraktiker darf sowohl naturheilkundlich, physiotherapeutisch als auch psychotherapeutisch arbeiten.

Heilpraktiker für Psychotherapie

Ein „Heilpraktiker für Psychotherapie“ ist eigentlich ein „Heilpraktiker, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie“. Umgangssprachlich wird jedoch häufig der erste Begriff verwendet.

Jedoch unterscheidet sich auch die staatliche Überprüfung von der des Heilpraktikers. Der Fokus liegt mehr auf psychischen Störungsbildern, denn auf körperlichen Erkrankungen.

Wie beim Heilpraktiker ist auch beim Heilpraktiker für Psychotherapie die Methodenwahl frei und nicht beschränkt auf kassenzugelassene Verfahren. Er darf Psychotherapie und Coaching anbieten. Eine Kassenübernahme einer Psychotherapie ist jedoch meist nicht möglich.

Psychologe

Ein Psychologe ist jemand, der Psychologie studiert hat. Psychologie beschäftigt sich mit dem Erleben und Verhalten des Menschen. D.h. ein Psychologe ist kein Psychotherapeut. Ein Psychotherapeut wird er, indem er eine psychotherapeutische Ausbildung an sein Studium anschliesst.

Psychotherapeut

Die Bezeichnung Psychotherapeut ist ein geschützter Begriff, welcher die Zulassung die zuständige Behörde voraussetzt. Psychotherapeut werden können Ärzte oder Psychologen.

  • Psychologischer Psychotherapeut: Die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeut ist eine mehrjährige psychotherapeutische Vollzeitausbildung von ca. 4000 Stunden. Sie ist beschränkt auf drei Verfahren. Diese Beschränkung ist nicht unumstritten, da „moderne“ und vermeintlich effektivere Verfahren hier keine Berücksichtigung finden.
  • Ärztlicher Psychotherapeut: Ein Ärztlicher Psychotherapeut ist ein Arzt mit psychotherapeutischer Weiterbildung von ca. 300-600 Stunden.
  • Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut können neben Ärzten und Psychologen auch Pädagogen, Musiktherapeuten als auch Sozialpädagogen mit entsprechendem Studium werden.

Heilpraktiker mit Erlaubnis zur Ausübung der Psychotherapie dürfen die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ alleine nicht führen, obwohl ihnen eine psychotherapeutische Tätigkeit erlaubt ist.

Arzt

Viele körperliche Krankheiten haben psychische Ursachen. Häufig sind körperliche Behandlungen nicht erfolgreich, wenn die psychische Komponente ausser Acht gelassen wird. Ärzte haben keine psychotherapeutische Ausbildung, sondern können sich nur zusätzlich zum Ärztlichen Psychotherapeuten qualifizieren und sich dann entsprechend betiteln.

Psychiater

Der Psychiater ist ein Arzt mit einer Spezialisierung im psychiatrischen Bereich. Dadurch kann er auch mögliche körperliche Ursachen von scheinbar psychischen Erkrankungen erfassen. Der Psychiater darf entsprechende Medikamente (Psychopharmaka) verordnen. Das unterscheidet ihn vom psychologischen Psychotherapeuten.

Wer passt zu mir? Welche Fragen sollte ich stellen?

Welche Fragen sollte ich stellen?

Welche Fragen sollte ich stellen?

Stellen Sie sich selber und dem Coach oder Therapeuten die richtigen Fragen. Die Passung zwischen Therapeut und Klient ist wichtig und nicht immer ist es einfach diese abzuschätzen. Einige Fragen können bei der Auswahl helfen:

  • Coaching oder Psychotherapie?
  • Körperliche oder psychische Ursache?
  • Welche Therapieform?
  • Kosten und Kassenübernahme
  • Kompetenz und spezifische Erfahrung des Anbieters
  • Unverbindliches Kennenlernen möglich?
  • Angaben zum Verlauf und Dauer?

Brauchen Sie ein Coaching oder eher eine Psychotherapie? Sprich: Haben Sie eine klar umgrenzte situative (berufliche) Problemstellungen wie zunehmender Stress, Burnoutgefahr oder Konflikte mit Vorgesetzten oder Kollegen? Oder haben Sie schwerwiegende Symptome wie z.B. Angstanfälle, längere depressive Phasen, Schlafstörungen? Dann ist eine Psychotherapie mit entsprechender Unterstützung wichtig.

Sind körperliche Symptome ärztlich abgeklärt um eine körperliche Ursache auszuschliessen? Natürlich bedingen sich Körper und Psyche und Mischformen aus körperlichen und psychischen Erkrankungen sind häufig (z.B. psychosomatische bzw. somatopsychische Erkrankungen). Aber es gibt auch eine Reihe psychischer Symptome, die ganz klar körperlich bedingt sind und damit auch mit Hilfe von Medikamenten behandelt werden sollten, z.B. Psychosen. Deshalb ist bei einer psychischen Störung eine ärztliche Abklärung vorab sinnvoll. Der Arzt kann dann bescheinigen, dass aus körperlicher Sicht keine Bedenken für eine Psychotherapie vorliegen oder ob eine begleitende ärztliche Behandlung notwendig ist.

Suchen Sie nach einer bestimmten Therapieform, wie z.B. “Lösungsorientierte Kurzzeittherapie” oder Hypnotherapie? Oder ist Ihnen die Methode egal?

Wichtig ist auch die Frage, ob Sie darauf angewiesen sind, dass die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung übernimmt. Oder sind Sie in der Lage die Kosten selber zu übernehmen und können damit Ihre Unterstützung frei auf dem Markt wählen?

Wie wichtig ist Ihnen Anonymität? Für eine kassenfinanzierte Psychotherapie benötigen Sie auch eine diagnostizierte psychische Störung. Eine Psychotherapie müssen Sie manchmal beim Abschluss von Versicherungen angeben.

Welche Kompetenz kann der Coach/Therapeut nachweisen? Über welche Ausbildungen oder Weiterbildungen verfügt er?

Hat der Coach/Therapeut spezifische Erfahrung und kann er diese belegen? Hat der Coach z.B. eigene Berufserfahrung in Fach- und Führungspositionen? Kann glaubhaft Erfahrung in Fällen vorgewiesen werden, die dem eigenen Anliegen ähnlich sind? Gibt es Schwerpunkte, z.B. auf Branchen wie z.B. Schulwesen oder inhaltlicher Art wie z.B. Mobbing, Burnout, Veränderungsmanagement?

Welches Verhältnis zwischen Coaching/Therapie und konkreten Verhaltenstipps und Hilfestellungen für den Alltag benötigen Sie? Das ist je nach Typ sehr unterschiedlich. Aufnahmen für Autogenes Training, Tipps für erholsamen Schlaf, Ideen für mehr Schlagfertigkeit usw. können den eigentlichen Behandlungsverlauf oft positiv anreichern.

Wie seriös erscheint Ihnen der Coach/Therapeut? Vorsicht bei Erfolgsversprechen – diese sind erstens unzulässig und zudem unseriös. Ein seriöser Coach/Therapeut wird keine Versprechungen zum Verlauf und Erfolgschancen machen ohne den Sachverhalt zu kennen.

Auch sollten Sie prüfen wie das Coaching konzipiert ist. Ein professioneller Coach arbeitet lösungs- und zielorientiert. Er liefert eine präzise inhaltliche Vor- und Nachbereitung der einzelnen Stunden. Am Ende des Coachings bietet er ein Auswertungsgespräch an, in dem gemeinsam besprochen wird, ob und wie die gesetzten Ziele erreicht wurden.

Haben Sie die Möglichkeit den Coach/Therapeut unverbindlich kennen zu lernen und sich dann frei zu entscheiden? Ein erstes Kennenlernen ist bei vielen Coaches und Heilpraktikern kostenfrei. Für den Klienten geht es darum ein Bauchgefühl zu bekommen, die Chemie zum Behandler zu erspüren und Fragen zu stellen und das Anliegen und die damit verbundenen Ziele zu klären. Sie müssen nicht sofort alle Details erzählen. Das ist in einem kurzen Kennenlern-Gespräch auch zeitlich nicht möglich. Aber die für die Behandlung wichtigen Fakten müssen Sie nennen. Dazu gehören z.B. relevante Vorerkrankungen, Vorbehandlungen oder eine akute psychische Krise.

Zumindest im Coaching sollte es möglich sein je nach Ausgangslage und Erwartungen des Klienten eine ungefähre Angabe zum Ablauf zu machen und einen zeitlichen Rahmen grob abzustecken.

Hat Sie der mögliche Coach/Therapeut überzeugt? Können Sie folgende Fragen positiv beantworten? Können Sie sich eine Zusammenarbeit (vom Bauchgefühl her) vorstellen? Fühlen Sie sich ernst genommen? Sind die Probleme verstanden worden und trauen Sie dem Coach/Therapeut die Unterstützung zu?

Download einer Checkliste: „Wie entscheide ich mich für einen Therapeuten?“

 

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