Hypnosetherapie in Nürnberg

Burnout Statistik 2014: Abnehmende Zahlen aufgrund besserer Diagnostik.

„Burnout kommt aus der Mode“ schreibt die DAK in einem Onlineartikel.

Aber der Schein der Burnout Statistik trügt: Burnout Krankschreibungen haben nur deshalb abgenommen, weil stattdessen öfter psychische Krankheiten diagnostiziert wurden, so der Beitrag.

Tatsächlich ist es so, dass es zu ähnlichen Symptomen eine ganze Reihe möglicher Diagnosen geben kann.

  • Burnout wird in der ICD 10 („International Classification of Diseases“) nur in der Subkategorie Z73.0 aufgeführt. Z bedeutet „Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen“. Damit wird Burnout quasi nur als beeinflussender Parameter für andere klinische Erkrankungen gesehen und nicht als eigenständiges Krankheitsbild. Mehr als einen erklärenden Prozess als eine Krankheit.
  • Als eigentliche Diagnose wird häufig Depression (ICD-10 F32 bzw. F33) oder eine depressive Episode angegeben.
  • Aber es gibt weitere mögliche Diagnosen, die gerade bei Überlastungssituationen häufig zutreffen, z.B. eine „Akute Belastungsreaktion“ (ICD-10 F43.0).
  • Von einer „Anpassungsstörung“ (ICD-10 F43.2) spricht man, wenn z.B. Burnout Symptome aufgrund veränderter Rahmenbedingungen entstehen.
  • Zudem bestehen im Zusammenhang mit Burnout auch häufig zusätzliche psychische Probleme wie Angststörungen, Panikattacken, Schlafstörungen usw.

Eine ordentliche Diagnostik ist nötig um die richtige Behandlung und Therapie zu finden. Und die kann sehr unterschiedlich aussehen.

Und obwohl im medizinischen Sinne die Diagnose Burnout vielleicht nicht ganz korrekt ist, so ist der Begriff Burnout wichtig für die Gesellschaft. Denn er ist greifbar und diskutierbar. Er steht für die Überforderung in oder mit einer Situation, die psychischen Folgen und das dahinterstehende Leid. Bei einem Gespräch über Burnout Gefahr hat man eine vermeintliche Ursache, hat ein Bild, hat vielleicht eigene Erfahrungen und Ideen. Das ist für ein Gespräch leichter als eine Depression bei der man sich als Gesprächspartner machtloser fühlt. Weil man nicht weiß „wo´s herkommt“ und was man tun kann.

Insofern lassen wir uns von  der Burnout Statistik 2014 nicht blenden. Das Problem der beruflichen Belastung und der damit verbundenen Folgen ist nicht kleiner geworden. Aber es wird besser diagnostiziert und damit hoffentlich auch besser behandelt.

Links im Internet

Statistiken zum Burnout Syndrom auf statista.com