Hypnosetherapie in Nürnberg

Schlafstörungen – Mythen über einen „guten“ Schlaf

Unwissenheit führt zu Unsicherheit.

Mythen über einen „guten“ Schlaf und damit verbundene Erwartungen verschlimmern die Situation nur.

Wenn Sie auf einmal schlecht schlafen, dann kommt schnell Unsicherheit und Panik auf. Zu hohe Anforderungen an den eigenen Schlaf sind wenig hilfreich. Mehr Wissen über Schlaf kann helfen die Erwartungen zu relativieren und damit den eigenen Druck zu vermindern.

Inhaltsverzeichnis

Testen Sie Ihr Wissen: 14 Fragen und Antworten zum Schlaf

Welche der folgenden Schlafmythen sind richtig?

  • „Normaler Schlaf ist ein Tiefschlaf“
  • „Ich brauche mindestens 8 Stunden Schlaf, um fit zu sein.“
  • „Nach einer Nach mit wenig Schlaf muss ich mich schonen und Schlaf nachholen“
  • „Bei gutem Schlaf wache ich nachts nicht auf.“
  • „Schlafstörungen kann man nur mit Schlafmitteln in den Griff bekommen.“
  • „In höherem Alter brauche ich auch mehr Schlaf zur Regeneration.“
  • „Nachts sollte es möglichst kalt sein zum Schlafen.“
  • „Der Mitternachtsschlaf ist der beste.“
  • „Alkohol fördert den Schlaf.“
  • „Wenn ich richtig ausgepowert bin, kann ich gut schlafen.“
  • „Wenn ich lange für das Einschlafen brauche, sollte ich entsprechend früher ins Bett.“
  • „Im Laufe des Tages nimmt meine Müdigkeit stetig zu.“
  • „Ich sollte Nachts auf jeden Fall im Bett bleiben, weil ich sonst nur noch wacher werde.“
  • „Den nächsten Tag kann ich vergessen, wenn ich schlecht geschlafen habe.“

 

Mythen-gesunder-Schlaf-Aufloesung

Antworten zu Mythen über einen guten Schlaf

Auch wenn hier gleich die Antworten stehen und Sie nicht viel knobeln müssen: Schlafmythen aufzulösen kann enorm hilfreich und entlastend sein. Und Entspannung und Entlastung kann dann wiederum zu einfacherem Schlaf führen.

Die gängigen Meinungen zu gutem Schlaf sind leider häufig falsch. Das betrifft die Schlafdauer, Schlaftiefe, aber auch die Folgen von schlechtem Schlaf oder was für besseren Schlaf helfen könnte.

Antworten zu den Mythen über einen „guten Schlaf“

„Normaler Schlaf ist ein Tiefschlaf“

Stimmt nicht! Tiefschlafphase ist nur ca. 20% der Zeit in der Nacht. Die Phase ist in der ersten Nachhälfte. Die meiste Zeit der Nacht, mehr als 50%, besteht aus leichtem Schlaf.

Zudem verläuft der Schlaf nicht linear sondern zyklisch. D.h. es gibt immer wieder leichtere und tiefere Schlafphasen. Ein Zyklus dauert dabei ca. 90 Minuten.

„Ich brauche mindestens 8 Stunden Schlaf, um fit zu sein.“

Falsch! Der Schlafbedarf eines Menschen ist sehr unterschiedlich. Die meisten Menschen erhalten in 6 bis 7 Stunden die ausreichende Erholung und durchlaufen alle wichtigen Schlafstadien.

Es gibt deshalb keine „Vorgabe“ oder Regel, wieviel Schlaf Sie im Durchschnitt haben sollten. Zu hohe Erwartungen an das eigene Schlafpensum führt in der Regel eher zu Stress und erhöht die Wahrscheinlichkeit für Schlafstörungen.

„Nach einer Nach mit wenig Schlaf muss ich mich schonen und Schlaf nachholen“

Nicht richtig! Der Körper gleicht Schlafverlust durch Schlafqualität und nicht durch unbedingt durch längeren Schlaf aus.

Auch eine „Schonhaltung“ am nächsten Tag ist nicht notwendig. Wie leistungsfähig Sie am nächsten Tag sind, hängt von vielen Faktoren ab. Der Schlaf ist nur einer. Wenn Sie sich tagsüber zu viel schonen, dann unterstützen Sie oft sogar den Teufelskreislauf der Schlafstörung. Ausreichende Aktivität und Bewegung am Tag sind sehr wichtig für einen guten Nachtschlaf.

Unabhängig vom nächtlichen Schlaf sollten Sie regelmäßig zu einer bestimmten Zeit Ihren Tag beginnen. Nur so hat der Körper eine Chance sich auf einen Rhythmus einzuspielen.

Ein Mittagsschlaf klingt zwar attraktiv, verringert aber die Abendmüdigkeit und fördert somit den Zyklus der Schlafstörungen.

„Bei gutem Schlaf wache ich nachts nicht auf.“

Stimmt nicht! Dass man in der Nacht mehrfach aufwacht, ist völlig normal und auch physiologisch sinnvoll.

„Schlafstörungen kann man nur mit Schlafmitteln in den Griff bekommen.“

Falsch! Es gibt eine Vielzahl von Dingen, die Sie erst mal selber ausprobieren können um wieder zu einem besseren Schlaf zu kommen. Schlafmittel sind nur eine Lösung in Ausnahmefällen und für eine begrenzte Zeit. Deshalb sollte damit sehr behutsam und nur mit ärztlicher Begleitung umgegangen werden.

„In höherem Alter brauche ich auch mehr Schlaf zur Regeneration.“

Stimmt nicht! Der Schlafbedarf nimmt im Laufe des Lebens eher ab. Während Kinder und Jugendliche noch relativ viel Schlaf brauchen, kommen ältere Personen oft schon mit erheblich weniger Nachtschlaf aus. Allerdings ist der Schlaf dann etwas anders: Während er nachts eher nicht so tief und öfter unterbrochen sein kann, schlafen ältere Menschen gerne auch mal tagsüber. (siehe dazu „Mittagsschlaf … dann aber bitte richtig!“.

„Nachts sollte es möglichst kalt sein zum Schlafen.“

Stimmt nicht generell. Die Bedürfnisse an die Raumtemperatur sind sehr unterschiedlich. In der Regel wird empfohlen die Temperatur nach ordentlichem Lüften zwischen 14 und 18 Grad zu haben. Wichtig ist, dass Sie weder übermässig schwitzen oder frieren. Sorgen Sie für angemessenes Bettzeug.

„Der Mitternachtsschlaf ist der beste.“

Nicht richtig! Die Tiefschlafphase, die in der ersten Hälfte des Schlafes stattfindet, ist wichtig. Ob eine Tiefschlafphase erreicht wird ist aber wenig davon abhängig, wann der Schlaf beginnt.

„Alkohol fördert den Schlaf.“

Vorsicht! Alkohol kann Sie schläfrig machen und manchmal auch das Einschlafen erleichtern. Aber die Schlaftiefe und Regeneration werden deutlich beeinträchtigt. Alkohol ist eine der Hauptursachen für mangelndes Durchschlafen.

„Wenn ich richtig ausgepowert bin, kann ich gut schlafen.“

Falsch! Sport bis ca. 4 Stunden vor der Bettzeit unterstützt den Körper und Geist in einen ausgeglichenen Zustand zu kommen und wirkt schlaffördernd.

Intensive geistige oder körperliche Anstrengung kurz vor dem Schlafen beeinträchtigen das Einschlafen.

„Wenn ich lange für das Einschlafen brauche, sollte ich entsprechend früher ins Bett.“

Nicht richtig! Bettzeit ist dann, wenn Sie müde sind. Zu starre Bettgehzeiten ohne Müdigkeit sind kontraproduktiv. Es ist fast schon symptomatisch, dass gerade Menschen mit Schlafstörungen viel zu viel Zeit im Bett verbringen.

Auch sollten Sie Ihr Bett und Schlafzimmer primär zum Schlafen nutzen und nicht als Wohnzimmer zum Fernsehen, Lesen usw. nutzen.

„Im Laufe des Tages nimmt meine Müdigkeit stetig zu.“

Falsch: Die Müdigkeit verändert sich immer wieder im Tagesverlauf. In der Regel ist das ein ca. vierstündiger Rhythmus.

„Ich sollte Nachts auf jeden Fall im Bett bleiben, weil ich sonst nur noch wacher werde.“

Falsch! Wenn Sie nicht (wieder) einschlafen können und länger als 20-30 Minuten wach liegen, sollten Sie aufstehen. Wenn Sie sich zu lange im Bett „quälen“, dann verbinden Sie diese unangenehmen Gefühle und Gedanken schnell mit Ihrem Bett.

Gute Tipps, was Sie an entspannenden Dingen tun können, wenn Sie nicht einschlafen können.

„Den nächsten Tag kann ich vergessen, wenn ich schlecht geschlafen habe.“

Nicht richtig! Auch mit wenig Schlaf sind wir häufig sehr leistungsfähig. Wieviel Energie Sie in bestimmten Situationen aufbringen können, hängt von vielen Faktoren ab. Insofern lassen Sie sich einfach überraschen, wie viel Energie Sie am nächsten Tag haben und versuchen Sie eine positive Einstellung zu behalten anstatt sich mit negativen Befürchtungen zu belasten.

Schlafstörungen sind zwar unangenehm, aber nicht gleich ein Grund zur Panik.

Ausschluss organischer Ursachen durch einen Arzt

Bitte beachten Sie: Sollten Sie über längere Zeit unter Schlafstörungen leiden, suchen Sie einen Arzt auf um eine organische Ursache auszuschliessen. Bei psychischen Ursachen wie belastenden Lebensphasen, Stress oder beruflichen Problemen kann Sie auch ein Coach, Psychotherapeut oder Heilpraktiker für Psychotherapie unterstützen. Ich biete in meiner Praxis in Nürnberg Hypnose, Coaching und Psychotherapie an. Schlafstörungen sind ein häufiges Thema.

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