Hypnosetherapie in Nürnberg

Coaching ist keine verdeckte Psychotherapie. Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Unterschied Coach und Psychotherapeut

Coaching und Psychotherapie haben viel gemeinsam. Viele Methoden im Coaching sind aus der Psychotherapie übernommen – z.B. lösungsorientierte Kurzzeittherapie – und für die besondere Zielsetzung adaptiert.

Dennoch ist Coaching keine verdeckte Psychotherapie.

Im Wesentlichen unterscheiden sich Coaching und Psychotherapie durch folgende Punkte:

  • Ein Coach kann einen Psychotherapeuten nicht ersetzen und darf das auch nicht. Wenn es sich bei einem Problem um eine psychische Störung handelt, dann endet die Zuständigkeit des Coach. Es ist gesetzlich geregelt, dass psychische Krankheiten nur durch Ärzte, Psychotherapeuten und Heilpraktiker behandelt werden dürfen. Es braucht tiefgehenderes Verständnis von körperlichen Symptomen und möglicher körperlicher oder psychischer Ursachen und geeigneter Behandlungsoptionen.
  • Auf der anderen Seite haben Psychotherapeuten und Ärzte häufig keinen fachlichen Hintergrund, was berufliche Probleme, Konfliktsituationen und „Mechanismen“ in betrieblichen Systemen angeht. Bei psychischen Problemen, die aus beruflichem Stress resultieren ist eine Kombination der Disziplinen ideal: Ein Arzt, Psychotherapeut oder Heilpraktiker, der auch die berufliche Welt gut kennt. Allerdings muss Behandler und Klient immer klar sein, ob man sich in einem Coaching- oder Psychotherapie-Kontext befindet. Wenn die Zusammenarbeit vom ursprünglich definierten Ziel abweicht, dann muss das beidseitige Einverständnis dazu gegeben sein. Die Grenze ist manchmal fließend – umso mehr muss der Behandler oder Coach diese Grenze wahren oder den Klienten darauf hinweisen, dass man jetzt psychotherapeutisches Terrain betritt und sich hierfür die Zustimmung des Klienten einholen. Siehe dazu auch Wikipedia.
  • Bei beruflichem Coaching übernehmen oft die Firmen die Kosten. Bei einer diagnostizierten psychischen Störung tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Behandlung mit einer der drei zugelassenen Therapieformen. Im persönlichen Coaching und bei der Behandlung psychischer Probleme beim Heilpraktiker bzw. Coach muss der Klient die Kosten meist selbst tragen. Dafür hat er Methodenfreiheit, das Umfeld, Versicherungen und Krankenkassen erfahren nichts von der Behandlung und Termine sind meist kurzfristiger möglich.
  • Im beruflichen Coaching steht – wie der Name schon sagt – der berufliche Kontext und die damit verbundenen Probleme im Mittelpunkt. Bei der der Psychotherapie steht die Bearbeitung persönlicher, psychischer Probleme im Vordergrund. Oft gilt es Muster zu erkennen/verstehen, die ggf. schon länger andauern und diese lösungsorientiert zu bearbeiten. Es kann gut sein, dass ein Coaching nach einer Psychotherapie nicht mehr notwendig ist, weil dann ein anderer Umgang mit Schwierigkeiten möglich ist.
  • Coaching kann auch für private Anliegen angewendet werden. Der Coachee sucht sich für sein Thema einen geeigneten Coach, trägt die Kosten selber und bleibt nach Außen inkognito. Die Kosten für Coaching können meist steuerlich geltend gemacht werden.
  • Im Coaching muss der Coachee noch ausreichend Selbstmanagementfähigkeiten haben. Am Beispiel Burnout lässt sich das gut erklären: Befindet sich der Betroffene noch in einer der ersten Stufen des Burnout-Prozesses, dann ist er noch fähig zur Selbststeuerung und die richtigen Schritte können schnell zu Veränderung führen. Befindet sich der Betroffene in einer fortgeschrittenen Phase von Burnout, ist die körperliche Erschöpfung bereits groß und Symptome von Depression stark ausgeprägt, dann ist eine Psychotherapie vorrangig, ggf. sogar ein Krankenhausaufenthalt und Medikation.

Coaching und Psychotherapie haben also gemeinsam, dass Sie in einem engen persönlichen Rahmen durchgeführt werden, dass es Vertrauen auf beiden Seiten braucht und dass ähnliche Methoden eingesetzt werden. Die Qualifikation des Coach und eines Psychotherapeuten und die Zielsetzung der Methoden unterscheiden sich jedoch erheblich.